Hier möchte ich Tips, Tricks und Basteleien präsentieren, die sich aus der Praxis der Astrofotografie ergeben haben. Soweit nicht anders angegeben, sind alle Beiträge von mir.
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Eine Flatfieldbox zum Nulltarif ?
Ein UHC-Filter am Teleobjektiv
Berechnung einer Taukappenheizung
Ein Gesichtsfeldrechner für Cartes du Ciel
Modifizierte Scheinerblende, die auch funktioniert
Eine Flatfieldbox zum Nulltarif ?
 
Umsonst gibst sicherlich keine Flatfielbox. Aber dieses für den Astrofotografen oftmals unverzichtliche Utensil verursacht auch bei Selbstbau
enormen Zeitaufwand und natürlich auch Kosten.
Wenn man sich die vielen Bauvorschläge im Internet anschaut, von denen viele nicht einmal optimale Helligkeitsverteilung versprechen,
so kommt man doch ins Grübeln.
Da viele Fotografen ohnehin schon mit einem Notebook arbeiten, kam mir die Idee, dieses als Flatfieldbox zu "mißbrauchen".
Also schnell das Programm "Nokia MonitorTest" besorgt (gibts z.b. hier: http://www.chip.de/downloads/c1_downloads_13000336.html),
und installiert. Über den Button "Farben" kann man jetzt den Monitor komplett auf Weiß (oder andere Farben) schalten.
Filter
Ein UHC-Filter am Teleobjektiv
 
 
Viele Astrofotografen haben bei Aufnahmen mit Objektiv das Problem, einen Filter am selbigen zu befestigen.
Adapter sind teuer und nicht immer die optimale Lösung. 2" Filter blenden z.b. ein 300 mm Sigma Tele bei 77 mm
Öffnung doch schon deutlich ab. Mein Vorschlag:
Monitortest
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Berechnung einer Taukappenheizung
 
Wenn in einer kalten und feuchten Astronacht die Optik anfängt zu beschlagen, hört der Fotospaß (und der Beobachtungsspaß) meist schlagartig auf. Diesem Übel kann man mit einer Taukappenheizung vorbeugen. Allerdings kann so eine Heizung auch ordentlich Strom aus dem ohnehin gequälten Astroakku ziehen. Es ist also wichtig, die Heizung nicht überzudimensionieren. Man braucht hier weniger Leistung, als man denkt. Hier ist eine einigermaßen einfache Formel zur Abschätzung der benötigten Leistung.
 
                                                             

 P = 0,07 • A • v ÷ (sqrt (1 + v²))


 

P = benötigte Leistung in Watt
A = Fläche der Frontlinse od. Schmidtplatte in cm² (wie wir ja alle noch aus der Schule wissen ist  A = pi • r² )
v = r ÷ L  wobei r der Radius der Taukappe und L die beheizte Länge der Taukappe ist
sqrt = Quadratwurzel
 
Ein kleines Beispiel: Refraktor mit 100 mm Optik, Taukappe ø130 mm, Länge Taukappe 100 mm
 
P = 0,07 · 78,5 · 0,65 ÷ 1,19
P = 3 Watt

 
Das sind bei 12 V rund 0,25 A Strom für einen 4 Zöller. Man sieht schon, der Strom hält sich durchaus in Grenzen.
Die Leistung lässt sich sogar noch verringern, indem man die beheizte Taukappe noch einmal mit wärmedämmenden Material
einschlägt.
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Modifizierte Scheinerblende (nach einem Bauvorschlag v. Manfred Mrotzek im "Sternkieker" 02/2007)
 
Die Fokussierung in der Astrofotografie. Ein Thema, welches wohl schon so einige zum verzweifeln gebracht hat.
Die Scheinerblende soll hier eine Hilfe sein. Gemeinhin eine Kappe mit 2 oder 3 Bohrungen, welche zum fokusieren vor die Optik montiert wird.
Ein Stern erscheint so 2 oder 3 fach im Okular (oder auf dem Bildschirm). Erst im genauen Fokus vereinigen sich die 2 od. 3 Bilder zu einem einzigen Punkt. Sehr oft hat sich diese Anordnung als schlechter Kompromiss herausgestellt.
Scheinerblende1
Scheinerblende2
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Polsucher der EQ6 mechanisch justieren
Polsucher der EQ6 justieren
 
Bei meinen letzten Astroexkursionen hat mich immer gestört, das die Einnordung der Montierung mit dem Polsucher sehr ungenau war. Das Einscheinern hat sich dadurch doch sehr in die Länge gezogen.
Also hab ich mir den Polsucher mal näher angeschaut und festgestellt, das Vorder- und Hinterteil des Suchers überhaupt nicht fluchten. Die kritische Stelle ist das Verbindungsgewinde der beiden Hauptteile des Suchers.(roter Pfeil). Hier ist keine vernünftige Führung vorhanden, so das man die beiden Teile einige Grad in jede Richtung gegeneinander verknicken kann.
Polsucher01
Prüfen kann man das sehr einfach bei Tage, indem die Polhöhe auf ca. Null Grad eingestellt wird und die Montierung bei gelöster Klemmung und ohne Gegengewichte mit Schwung in RA gedreht wird. Das Polsucherbild sollte im Idealfall still stehen. Tanzt das Bild wild hin und her, so ist der Polsucher dejustiert.
Das Problem bei der Sache ist, das man im eingebauten Zustand so gut wie gar nicht an den vorderen Teil des Polsuchers zum justieren herankommt. Also musste eine Vorrichtung her.
Die sieht so aus:
Polsucher03
Ein einfaches Drehteil mit Gewinde M28x1 und 4 Bohrungen zum justieren.
Das ganze in die Drehbank gespannt, langsam laufen lassen und durch den Sucher blicken. Durch die kleinen Bohrungen lässt sich der vordere Teil des Suchers jetzt bei stehender Maschine recht genau ausrichten, bis das Bild beim Durchblicken ruhig steht.
Polsucher04
Polsucher02
Anschliesend muss das ganze noch fixiert werden. Ich habe hier einfach etwas Epoxydkleber genommen
 
Dann den Polsucher wieder in die Montierung eingeschraubt und abschließend die Symbolscheibe mit den 3 kleinen Inbusschrauben justiert , bis das Fadenkreuz bei drehender Montierung ebenfalls ruhig mittig steht.
So ist mir eine recht gute Ausrichtung des Polsuchers gelungen.
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Fertig ist die "kostenlose" Flatfieldbox. Dazu noch mit Helligkeitsregelung (über die Notebookregelung). Um Hotpixel und kleinere Unsauber-
keiten auszubügeln, habe ich mir eine Milchglasscheibe aus Plexiglas in der Größe des Bildschirms besorgt, und vor das Notebookdisplay
gestellt. Mit diesem Aufbau erreicht man ohne großen Aufwand gute Ergebnisse.
Natürlich gibt es kein Display mit einer 100 prozentig homogenen Helligkeitsverteilung, ebenso ist diese Methode nur für kleine Öffnungen
geeignet.
Setzt man die Maßstäbe nicht zu hoch an, wird diese Anordnung aber völlig ausreichen.  Wers ganz genau wissen will, sollte verschiedene Bereiche des Displays abfotografieren (mit gleicher Einstellung der Kamera), und die Helligkeit der Pixel mit einem Bildbearbeitungsprogramm ausmessen.
Hier habe ich einfach einen 1,25" Filter in den Lichtschacht eines Sigma Tele eingesetzt. Zur Befestigung wurde ein stramm sitzender O-Ring in den Schacht gedrückt. Das reicht völlig aus, und hat sich in der Praxis bestens bewährt.
Passen tut es zumindest bei sehr vielen Sigma Objektiven ganz genau. Bei anderen Herstellern kann es schon mal etwas wackliger werden,
der Austrittsschacht ist hier oftmals etwas größer. Hier könnte man vielleicht einen od. zwei etwas dünnere O-Ringe zusätzlich über den Filter
schieben. Da passende O-Ringe nicht ganz einfach, und schon gar nicht in kleinen Stückzahlen, zu bekommen sind, kann man sich sicherlich
auch mit etwas Isolierband behelfen.
Wichtig ist, und hier kommen wir zu den Nachteilen dieser Idee, das der Filter gerade im Schacht sitzt, d. h. nicht verkippt.
Der Grund ist folgender: trifft der Lichtkegel aus dem Objektiv zu schräg auf den Filter (der Lichtkegel selbst ist schon ungünstig genug),
werden durch das zu schräge Durchlaufen der Filterschichten Durchlaßfrequenzen abgeschnitten od. verschoben. Je schmalbandiger der
Filter, umso kritischer wird das ganze. Ob es mit einem H-alpha Filter noch funktioniert, vermag ich nicht zu sagen.
Zumindest mit dem UHC-Filter in dieser Anordnung scheint es noch gut zu klappen.
                          außerhalb Fokus                                                 fast im Fokus                                               genau im Fokus
 
Diese Methode ist sehr genau, da schon kleinste Ungenauigkeiten im Fokus eine deutliche Abweichung von der idealen Kreuzform bedeuten.
Außerdem ist gut erkennbar, ob man intra - oder extrafokal daneben liegt.
Ich hoffe, mit dieser "Mrotzekblende" kann vielen Sternenfreunden das fokussieren erleichtert werden.
Hier wurden die Bohrungen durch längliche Schlitze ersetzt. Diese sollten sich in einem Winkel von 90° gegenüberstehen. Die Entfernung
der Schlitze voneinander sollte möglichst groß sein. Die Größe der Schlitze ist nicht ausschlaggebend. Jedoch sollte man bedenken, je
kleiner die Schlitze, desto weniger Licht fällt hindurch, und man kann nur noch sehr helle Sterne zum fokussieren nehmen.
Wichtig ist, das die Schlitze sich mittig im Schnittpunkt der (gedachten) Bohrungen einer herkömmlichen Scheinerblende
befinden (hier grau dargestellt). Ansonsten würden sich die Abbilder der Schlitze außerhalb des Focus kreuzen.
 
 
Das Abbild eines Sterns beim fokussieren
ScheinerblendeMrotzek2
ScheinerblendeMrotzek3
ScheinerblendeMrotzek4
                                                     Scheinerblende                                                           bzw. Hartmanblende
 
                                                                 Hier nun die modifizierte Version von M. Mrotzek
ScheinerblendeMrotzek
Ein Gesichtsfeldrechner für Cartes du Ciel
 
Möchte man sich im Sternkartenprogramm Cartes du Ciel das Blickfeld seines Okulars oder das Gesichtsfeld der Kamera anzeigen lassen,
so kommt man nicht drum herum, immer wieder mit Formeln zu hantieren.
Um diese Prozedur abzukürzen, habe ich mir von meinem Kollegen Bernd Mahlcke ein kleines Hilfsprogramm schreiben lassen.
 
                                                                                           

Screenshot

Gesichtsfeld
Hier gibt man einfach nur die Größe des CCD-Chips oder die Daten des Okulars sowie die Brennweite der Optik ein, und hat nach Klick auf "berechnen" die Werte vorliegen.
Diese können dann einfach mit kopieren und einfügen in die entsprechenden Eingabefelder von Cartes du Ciel übernomen werden.
An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Bernd für die investierte Zeit und Mühe.
 
Gesichtsfeld.exe ist Freeware und läuft unter Windows  XP, Vista und 7 ohne Installation.
Das Programm darf nur kostenlos weitergegeben werden.
Dateigröße 400 kB.

Download Gesichtsfeld.exe

 
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Bilder und Texte © Volker Umland 2007-2015
 
 
 
 
 
 
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